Of Thoughts and Swords

A blog about Science, Philosophy, Wargaming, Literature and other things, in three or more languages.

Being sick and storytime

My all high intentions of writing more here have been thwarted by a current sickness. It has been a while since I was seriously ill and I hate it. Especially the headaches and vertigo, it is as if the brain is running on energy saving mode. Thoughts are not formed correctly and generally you are just making stupid mistakes. I hope that thing dosn´t last much longer.

In the meantime here is the first part of a story from the Infinityverse, it is in German though.

Von Kranichen, Geistern und Hüter

Tag 1

Sie schlug ihre Augen auf und damit ihr waches Bewusstsein. In jenem kurzen Moment vor dem vollständigen Erwachen sah sie ihr eigenes Gesicht. Die Ansicht drehte sich um neunzig Grad und zeigte ihr, ihre seitlich auf dem Bett liegende Gestalt. Die Decke war zu Boden gefallen und ihr nackter, trainierter Körper, wurde lediglich von ihren langen schwarzen Haaren bedeckt. Als sie ihre Augen wieder schloss verblieb der Anblick ihres eigenen Körpers auf der Netzhaut und verschwand als sie sie wieder öffnete.
Fragmente des Traumes schwammen in ihren Gedanken, verschwanden aber als sie anfing zu denken. Mit einem Gedanken aktivierte Hǎiān die Uhr in ihrer Retina, 0730 imperiale Standardzeit, 0500 lokale Zeit. Sie hatte fast zwölf Stunden geschlafen.
Das Gefühl für ihren Körper setzte ein und sie streckte ihre Muskeln ohne aufzustehen. Bevor sie merkte was sie tat stand sie bereits in Grundstellung neben dem Bett und atmete regelmäßig. Das Denken auf später verschiebend gab sie sich ihrer Atmung hin, während ihre Füße den Halt auf der am Boden liegenden Decke suchten.

Mit dem letzten Atemzug der Übung öffnete sie, nun vollends erwacht, ihre Augen. Das so vertraute Sehnen nach Aktivität ergriff sie. Hǎiān nahm ihr Comlog bevor sie ins Badezimmer ging, es war so unvertraut länger als sieben Stunden keine Berichte oder Befehle gelesen zu haben. Sie dachte das sei wohl auch der Sinn eines freien Tages, dennoch fand sie es befremdlich. Ihre Welt funktionierte nicht so.

Wie erwartet warteten nicht wenige Nachrichten auf sie. Während sie duschte las sie mit der aus Routine geborenen Ruhe die Berichte über Überfalle, Einbrüche, Entführungen, Erpressung, Mord, Vergewaltigung, Datendiebstahl, Verschwörung, Sachbeschädigung, Einreiseverletzungen und versuchte Gefängnisausbrüche. Nichts davon fiel in ihren direkten Zuständigkeitsbereich, zumindest noch nicht. Einiges davon hatte mehrere Planetensysteme entfernt stattgefunden, dennoch überprüfte sie alles auf Hinweise für ihre großen Fälle.
Aus der Duschkabine tretend widmete sie sich bereits den Tagesnachrichten, als sie den Spiegel in der Wand aktivierte. Die eingebaute Wärmesteuerung befreite das Glas von der Schicht kondensierten Wassers und gab den Blick auf ihr allzu jugendliches Gesicht frei.
Wenigstens ihre Augen hatte sie behalten dürfen. Sie vermisste ihre Narben die sie, trotz ausreichender medizinischer Versorgung stolz trug, gewöhnlich waren sie bei ihrer Arbeit auch nützlich. Hǎiān verzog ihren hübschen neuen Mundwinkel, jemand wie sie sollte sich nicht verstecken müssen. Außerdem sah sie viel japanischer aus als ihr lieb war, jedoch waren dies alles notwendige Opfer.

Sie trocknete sich ab und vermied es ansonsten groß in den Spiegel zu sehen, bald würde sie sich an das neue Gesicht gewöhnt haben, bald. Sie ging zurück in den Wohnraum der auch als Schlafraum fungierte und kleidete sich an. Eine einfache Hose, Bluse und Stiefel alles in verwaschenen, aber hellen Farben, wurden von einer dunklen Jacke, aus billigem Lederimitat, komplettiert.
Gewöhnliche Kleidung machte sie immer etwas unruhig, sie vermisste die Stärke ihrer Rüstung, aber auch das ging vorbei wie sie aus Erfahrung wusste. Sie schaltete ihr Comlog in den Doppelmodus, welcher ihre eigentliche Signatur mit der ihrer Tarnung überschrieb.
Kamizuna Hiroko hatte soeben die Station betreten, Hǎiān hasste es bereits jetzt diesen Namen zu benutzen.
Sie bückte sich um die Messer in ihre Stiefel zu schieben, bevor sie die Umhängetasche aus dem Regal schnappte und die Tür öffnete.

Der Geruch, Lärm und die gedämpfte Helligkeit der Arbeiterquartiere von Yán Wǔ drangen auf ihre Sinne ein. Sofort schärfte sich ihre Aufmerksamkeit, sie begann instinktiv jede Bewegung als mögliche Gefahr zu betrachten. Diese erhöhte Aufmerksamkeit brachte auch eine erhöhte Wahrnehmung des Gestankes der Station. In Wahrheit roch es in ihrer Unterkunft nicht anders, aber es war so viel einfacher sich einzureden, dass alles in Ordnung war wenn man die Quelle eines Geruchs nicht sah. Hier draußen jedoch inmitten der Menge mittelmäßig gewaschener Arbeiter gab es keine Ausflüchte mehr. Sie akzeptierte diesen Umstand und machte sich auf den Weg in den kommerziellen Bereich.

Yán Wǔ war keine große Station, geschlagen in einen Felsen nachdem sie benannt war, gab es hier hauptsächlich Bergbau und Bergarbeiter. Dank seiner Position innerhalb des Human´s Edge System gab es zudem einen gewissen Handelsverkehr, mit all den Vor- und Nachteilen die dieser mit sich brachte. Ihr Comlog wurde von den neuesten Nachrichten aus der Heimat überschwemmt als sie den kommerziellen Bereich betrat. Der größte begehbare Bereich der Station lag in einer natürlichen Höhle, zumindest wenn man ein ausgebeutetes Kupferdepot als natürlich bezeichnet. Die ehemaligen Stützpfeiler des Tunnels bildeten nun den Rahmen für einen mehrere Dutzend Meter hohen Turm aus Geschäften und Restaurants. Nirgends auf der Station gab es eine größere Holodichte als hier und für jemand ungeübten ward die Übersicht schnell verloren. Sie widerstand dem Drang mehrere Filter überzuschalten, lieber übte sie sich darin in den Anzeigen, Anfragen sowie Angeboten nach etwas Interessanten Ausschau zu halten.

Wie zu jeder Tageszeit war der Bereich mit Leuten gefüllt, da es neben den Hangars, den Quartieren, der Zentrale und den Bergbauschächten nichts weiteres hier draußen gab, war dies auch nicht verwunderlich. Die Kontaktanfragen rüde abweisend nahm Hǎiān die Stufen in die dritte Ebene des Turmes. Hier gab es vornehmlich Restaurants, alles über kleine Garküchen, Imbißbuden, Schnellrestaurants, kleinen Restaurants bis hin zu do-it-yourself Küchenzeilen war hier vertreten.
Hǎiān zog es zu einer der kleinen Garküchen und ihren, angeblich echten, Riesenheuschrecken aber Kamizuna würde dies nicht tun, daher wählte sie das größte Restaurant der Ebene, ein uigurisches um genau zu sein. Sie machte sich keine Mühe den Namen zu lesen, erstens speicherte ihr Comlog diesen sowieso und außerdem kannte sie ihn schon längst.

Kaum hatte sie sich hingesetzt sah sie auf der Umgebungsanzeige die Signatur auf die sie gewartet hatte. Sehr gut, ein rascher Blick auf die Namen der Mitarbeiter des Restaurants bestätigte zudem ihre Vermutung. Alle Spieler waren anwesend. Mit einem kaum unterdrückten Grinsen nahm sie ihr Essen entgegen. Es schmeckte vorzüglich.

Nur wenige Minuten später ging ein Raunen durch alle zwölf Anwesenden als ein gewisser Cháng Bái Zhǎng, kaiserlicher Agent des Rank Fasan, den Raum betrat. Begleitet wurde er von zwei Mitgliedern der Stationspolizei, die sich mit einer Mischung von Nervosität und Aufmerksamkeit umsahen, Hǎiān lächelte schief als der Blick eines der beiden auf sie fiel.
„Wir sind auf der Suche nach Yong Kyung Ree.“ Mit seinen Worten übermittelte der Fasan das Holobild des Flüchtigen an alle Comlogs im näheren Umkreis. Dank seiner Sicherheitsfreigabe überschrieb dieses alle anderen aktuell laufenden Mayaanwendungen, dennoch wagte es keiner der Anwesenden dagegen zu protestieren.
„Er soll sich letztens hier aufgehalten haben.“ Die Stimme das Fasans war kräftig und bestimmt während er den Mann hinter der Theke mit seinem augenlosen Helm fixierte. Dieser musste kräftig schlucken, aber das sichtbare Unbehagen des Mannes provozierte keine Reaktion des Agenten. Dann sprang einer der Gäste auf und sprintete zum Ausgang.

Einer der Polizisten reagierte schnell genug und sprang ihn an. Der Großteil der Gäste floh in Panik als die beiden zusammen mit einem der Tische zu Boden gingen. Der Mann hinter der Theke duckte sich rasch als einer der Küchengehilfen mit einem Fleischerbeil auf den Fasan einschlug. Mit scheinbarer Gelassenheit machte dieser einen Schritt zur Seite und schmetterte dem Beilschwinger seine rechte Faust gegen die Schläfe. Ein deutliches Knacken ging durch den Raum und der Mann klatschte auf die Theke wie das tote Stück Fleisch das er war. „Abriegeln!“

Das einzelne Wort des Fasan brachte den zweiten Polizisten dazu die Protokolle des Ladens zu überschreiben und das Rolltor vor dem Eingang und Hintereingang herabzulassen. Die restlichen Gäste waren nun gemeinsam mit den drei Polizisten, den Angestellten und dem Flüchtigen hier eingesperrt. Dieser schaffte es sich von seinem Angreifer zu lösen und aufzurichten. Er zog eine Pistole und richtete sie auf den Polizisten, welcher reflexartig dasselbe tat.
Der Fasan drehte sich ruhig um und sah in den Raum, sein entblößter Rücken wurde dabei von dem zweiten Polizisten gedeckt.
„Geben sie auf Yong. Sie können nirgendwo mehr hin.“
Auf die Worte des Fasans hin standen alle fünf übrigen Gäste außer Hǎiān auf. Ein Grinsen stahl sich auf Yongs Gesicht.
„Ich denke sie irren sich da, Schoßhund.“
Der Fasan zeigte sich unbeeindruckt als er seinen Kopf langsam durch den Raum schwenkte. Hǎiān spannte ihre Muskeln noch bevor sie die Aufforderung des Agenten bekam ihre Bürgerpflicht zu tun.

Sie lies sich vorwärts fallen und schleuderte den Stuhl, auf dem sie saß, durch den Raum. Der Mann zu ihrer Linken bekam das Leichtmetallkonstrukt mit voller Wucht in den Rücken und klappte vornüber. Es war wie das Startsignal. Ein Schuss fiel, aber bevor sie sehen konnte welcher der beiden ihn abgegeben hatte stürzte sich bereits ein anderer Gangster auf sie.
Irgendeine Beleidigung brüllend sprang er mit einem Messer in der Hand auf sie zu. Ein Schritt zurück brachte sie an die Wand, sein Arm war zu kurz und das Messer verfehlte sie um wenige Zentimeter. Das Adrenalin lies sie grinsen.
Ein rascher Tritt gegen sein rechtes Knie zerstörte seine Balance während ihre linke Faust seinen Kiefer fand. Sein Impuls trug ihn in die Wand links von ihr. Sein linker Ellbogen raste heran nur um in ihre Deckung zu schlagen. Ein Schritt seitwärts festigte ihre Stellung und sie krachte ihre Rechte gegen seine Schläfe. Sie sah einen weiteren von der Seite kommen, vernachlässigte aber ihre Deckung.

Der rechte Haken traf sie wuchtig in den Magen und der folgende Seitenhieb schleuderte ihren Kopf gegen die Wand. Sie schmeckte Blut. Etwas benommen riss sie ihr rechtes Bein hoch und rammte dem zweiten ihr Knie in den Magen, als er vornüber kippte schnappte ihre rechte Hand nach dem Messer in ihrem Stiefel. Bevor sie zuschlagen konnte stürmte er voran, packte sie und rammte Hǎiān mit dem Rücken gegen das Rolltor. Sie schrie auf vor Schmerzen und stieß das Messer herab. Als es sich in das Schulterblatt des Mannes senkte verschaffte sie sich einen Überblick, konzentrierte sich aber auf ihren ersten Angreifer der wieder auf sie zukam. Ihr linkes Knie fand die Weichteile ihres Greifers und mit einem Schlag ihrer Linken brachte sie ihn endgültig zu Boden, wobei sie ihr Messer wieder aus der Schulter zog. Mit einem weit ausholenden Tritt traf ihr erster Gegner sie in der Schulter, wieder prallte sie gegen die Wand. Einen blutigen Fleck hinterlassend stieß Hǎiān sich ab und drehte ihren Oberkörper in einer schraubartigen Bewegung herunter. Das Manöver trug sie unter seinem nächsten Tritt hinweg. Mit vollem Schwung rammte sie ihr Messer in die Lendengegend des Mannes.
Es war nicht viel Menschliches in dem Schmerzensschrei ihres Opfers.

Sich aufrichtend stieß sie ihren Oberkörper gegen seinen und er taumelte rückwärts zu Boden. Sie setzte nach. Nach zwei weiteren Tritten auf die Messerwunde spürte sie eine Hand auf der Schulter, instinktiv wischte sie mit dem Messer in die Richtung. Ihre Hand wurde gefangen und sie sah in den ausdruckslosen Helm des Fasanen, welcher mit Blut aus mindestens zwei Quellen bespritzt war.
„Genug!“
Hǎiān atmete laut aus aber gehorchte. Der Mann hatte längst das Bewusstsein verloren und neben dem Blut aus seiner Leiste lief Geifer aus seinem Mund. Mit einem Grunzen wandte sie sich ab und trat dem anderen Mann mit voller Wucht in den Magen. Reflexartig zog dieser seine Hand von der Stichwunde an der Schulter zum Magen als er sich übergab.
„Ich sagte genug!“
Sie drehte sich wieder um und machte etwas wie eine entschuldigende Geste.
„Bàoqiàn, Zhǎngguān.“
Der Agent akzeptierte die Entschuldigung und Hǎiān nutzte die Gelegenheit sich umzusehen. Einer der Polizisten lag am Boden und der andere verarztete ihn gerade. Der Flüchtige Yong lag in einer sich langsam ausbreitenden Blutlache und seinen Kumpanen ging es nicht anders. Der Agent schien unverletzt. Er hob die Sperre des Rolltores auf und forderte ein medizinisches Team aus der Polizeizentrale an. Die meisten der Verhafteten würde noch reden können.

„Sie haben heute dem Kaiser gute Dienste geleistet, Kamizuna Hiroko. Ich werde es vorteilhaft in ihrer Akte vermerken.“
Sie machte eine Geste der Gleichgültigkeit.
„Ihr Glück, dass der Haufen im Gegensatz zu ihnen meine Urlaubs ID nicht auslesen konnte.“
Sie fühlte seinen missbilligenden Blick bei dieser Aussage.
„Hiermit beende ich ihren Urlaub auf weiteres, kommen sie morgen um 0500 in die Wachzentrale, ich werde die Feldausrüstung eines Bào bereitstellen lassen.“
„Shìde. Ich hatte mich sowie nicht wohl gefühlt, so ganz ohne Ablenkung.“
Mit diesen Worten trat sie dem Mann neben ihr noch einmal in den Magen bevor sie den Laden verließ.
Der Fasan hielt sie nicht zurück.

Als das medizinische Team an ihre vorbeikam konnte sie erneut ein Lächeln nicht unterdrücken.
Soweit verlief alles nach Plan.

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This entry was posted on January 18, 2015 by in Wargaming, Writing and tagged , , , , .
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